WooCommerce oder Shopify? Der ehrliche Vergleich für Shops in Deutschland

WooCommerce oder Shopify? Echte Preise, laufende Kosten und die Rechtsfragen für deutsche Shops, damit du das passende Shopsystem wählst.
Illustration zum Vergleich WooCommerce oder Shopify: gemieteter Shop und eigener Shop nebeneinander

Inhaltsverzeichnis

WooCommerce oder Shopify? Diese Frage stellen mir fast alle, die einen Onlineshop planen. Die Antwort hängt vor allem daran, wie viel du selbst in der Hand haben willst und was du jeden Monat zahlen möchtest.

Damit du weißt, woher ich komme: Ich baue Shops mit WooCommerce, über 15 davon sind online. Trotzdem rate ich nicht jedem dazu. Die Shopify-Preise in diesem Artikel habe ich am 28.10.2026 direkt bei Shopify abgerufen, dazu kommen die laufenden Kosten von WooCommerce und die Rechtsfragen für Shops in Deutschland.

Die kurze Antwort: WooCommerce oder Shopify?

Shopify ist ein gemieteter Shop. Du zahlst eine Monatsgebühr, Shopify kümmert sich um Server, Updates und Sicherheit, und du kannst nach einem Nachmittag die ersten Produkte einstellen.

WooCommerce ist ein kostenloses Plugin für WordPress. Der Shop läuft auf deinem eigenen Webspace und gehört dir komplett. Dafür musst du dich um Hosting, Updates und Backups kümmern oder jemanden haben, der das für dich macht.

Willst du schnell und ohne Technik starten, ist Shopify oft der bequemere Weg. Hast du schon eine WordPress-Website, willst du Inhalte und Shop an einem Ort oder brauchst du Sonderlösungen, passt WooCommerce meist besser.

Was ist der Unterschied zwischen WooCommerce und Shopify?

Der wichtigste Unterschied ist das Modell. Bei Shopify mietest du eine fertige Plattform aus Kanada, mit festen Tarifen und einem eigenen App-Store für Zusatzfunktionen. Was die Plattform nicht kann, holst du dir über Apps, die oft wieder ein eigenes Abo haben.

WooCommerce erweitert WordPress um Produkte, Warenkorb und Kasse. Der Code ist offen, du kannst jeden Hoster nehmen und jede Funktion nachrüsten. Deine Kundendaten, Bestellungen und Produkte liegen in deiner eigenen Datenbank.

Mieten oder besitzen

Vergleich es mit einem Laden in der Innenstadt. Shopify ist die Fläche im Einkaufszentrum: Reinigung und Sicherheitsdienst sind dabei, aber die Hausordnung und die Miete bestimmt der Betreiber. WooCommerce ist das eigene Ladengeschäft, in dem du umbauen darfst, wie du willst, und für den Hausmeister selbst sorgst.

Grafik zu monatlichen Shop-Kosten mit Rechnung, Münzen und Prozentzeichen
Bei Shopify zählen die Prozent-Gebühren, bei WooCommerce die Fixkosten für Hosting und Pflege.

Kosten im Vergleich: Was Shopify und WooCommerce wirklich kosten

Bei den Kosten entscheiden sich die meisten, deshalb hier die Zahlen direkt von der Preisseite von Shopify. Ich habe sie am 28.10.2026 abgerufen, Shopify ändert die Tarife aber immer wieder.

Shopify Kosten pro Monat

TarifMonatlich bezahltJährlich bezahlt
Basic36 € pro Monat27 € pro Monat
Grow105 € pro Monat79 € pro Monat
Advanced384 € pro Monat289 € pro Monat
Plusab 2.100 € pro Monatnicht einzeln angegeben

Shopify Gebühren pro Verkauf

TarifKartengebühr mit Shopify PaymentsZusatzgebühr ohne Shopify Payments
Basic2,1 % + 0,30 €2 %
Grow1,8 % + 0,30 €1 %
Advanced1,6 % + 0,30 €0,6 %
Plus1,3 % + 0,30 €0,2 %

Die Monatsgebühr ist selten das Problem. Teuer wird es, wenn du Shopify Payments nicht als Hauptanbieter nutzt und die Zahlungen über einen anderen Dienst wie Stripe oder Mollie laufen. Dann nimmt Shopify eine Zusatzgebühr, die oben auf die Gebühren des Zahlungsdienstes kommt.

Mit Shopify Payments als Hauptanbieter sind laut Shopify-Hilfe auch PayPal-Zahlungen von dieser Zusatzgebühr befreit. Die eigenen Gebühren von PayPal zahlst du trotzdem.

Ein Rechenbeispiel (meine eigene Rechnung mit den Werten oben): Du machst 5.000 € Umsatz im Monat im Tarif Basic und wickelst die Zahlungen ohne Shopify Payments ab. Dann gehen 36 € Grundgebühr und 100 € Zusatzgebühr an Shopify, also 136 € im Monat oder 1.632 € im Jahr. Dazu kommen Apps, die du für deutsche Rechtsfragen oder Rechnungen brauchst.

WooCommerce Kosten

WooCommerce selbst kostet nichts und nimmt keinen Anteil an deinem Umsatz. Kostenlos ist der Shop trotzdem nicht. Du zahlst für ein Hosting, das einen Shop tragen kann, für die Domain, eventuell für ein Premium-Theme und für Erweiterungen wie Germanized Pro.

Ein großer Posten ist die Pflege. Updates, Backups und Sicherheit machst du entweder selbst oder du gibst sie ab. Bei mir startet die WordPress Wartung bei 79 € im Monat, alle Pakete stehen auf der Preisseite.

Bei kleinem Umsatz ist Shopify im Monat oft günstiger. Je mehr du verkaufst, desto stärker fallen die Prozent-Gebühren ins Gewicht, und bei WooCommerce bleiben die Fixkosten gleich, egal wie viel über die Kasse geht.

Recht in Deutschland: WooCommerce oder Shopify?

In einem deutschen Shop müssen Grundpreise, Lieferzeiten, Checkboxen an der Kasse, der Bestellbutton mit „zahlungspflichtig bestellen“ und die passenden Rechtstexte stimmen. Ich bin Webdesigner und kein Anwalt, für deine Rechtstexte brauchst du einen Anbieter wie den Händlerbund oder eine Kanzlei.

WooCommerce mit Germanized

Für WooCommerce gibt es mit Germanized ein Plugin, das genau für deutsche Shops gebaut ist. Schon die kostenlose Version passt die Kasse an die Button-Lösung an. Die Pro-Version erstellt laut Plugin-Seite Rechnungen, Lieferscheine und E-Rechnungen und bindet den neuen Widerrufsbutton ein.

Shopify und der Widerrufsbutton

Seit dem 19.06.2026 brauchen Onlineshops einen Widerrufsbutton. Shopify hat dafür laut Händlerbund und eRecht24 (Stand Mai 2026) keine eigene Funktion im Adminbereich.

Du brauchst also eine App oder ein Code-Snippet. Der Händlerbund warnt, dass vielen Apps die zweistufige Bestätigung fehlt.

Wie der Widerrufsbutton genau funktionieren muss, habe ich im Ratgeber zum Widerrufsbutton im Onlineshop erklärt. Dazu kommt seit dem 27. September 2026 das Gewährleistungslabel, das du in beiden Systemen einbauen musst.

Grafik einer Shop-Kasse auf dem Smartphone mit dem Button zahlungspflichtig bestellen, daneben Checkliste und Schutzschild
Bestellbutton, Widerrufsbutton und Rechtstexte gehören in jedem deutschen Shop dazu.

Technik, Design und Pflege im Alltag

Bei Shopify loggst du dich ein und arbeitest. Server, Updates und Sicherheitslücken sind Sache von Shopify, und wenn etwas ausfällt, kannst du nur warten. Das Design wählst du aus Themes, tiefere Änderungen gehen über den Theme-Code oder Apps.

Bei WooCommerce hast du alle Freiheiten, aber auch die Verantwortung. Ein Plugin-Update kann den Shop lahmlegen, wenn es niemand vorher testet. Dafür kannst du Ladezeit, Design und Abläufe genau so bauen, wie deine Kunden kaufen.

Shop und Inhalte an einem Ort

WordPress ist als Website und Blog sehr stark. Wenn du Ratgeber, Rezepte, Anleitungen oder Projektberichte schreibst, liegen die Texte bei WooCommerce direkt neben den Produkten. So kommen Leute über Google auf deine Artikel und landen von dort im Shop.

Auf die Ladezeit musst du bei WooCommerce selbst achten. Wie das geht, steht in meinem Guide zur WordPress Pagespeed Optimierung.

Wann Shopify die bessere Wahl ist

Ich rate dir zu Shopify, wenn du schnell und mit wenig Geld starten willst und keine Lust auf Technik hast. Auch wenn du ein Produkt erst einmal testen willst, bevor du richtig investierst, ist ein gemieteter Shop ein guter Anfang.

  • Du verkaufst wenige, einfache Produkte und willst in ein paar Tagen online sein.
  • Du willst dich nie um Updates, Backups oder Server kümmern.
  • Shopify Payments passt zu deinem Geschäft, dann fällt die Zusatzgebühr weg, auch bei PayPal.
  • Du hast noch keine Website, auf der der Shop aufsetzen könnte.

Wann WooCommerce besser passt

WooCommerce lohnt sich, wenn der Shop ein fester Teil deines Geschäfts wird und du ihn langfristig selbst bestimmen willst. Das gilt besonders, wenn du neben dem Shop auch berätst oder vor Ort verkaufst.

  • Du hast schon eine WordPress-Website und willst keine zweite Plattform daneben pflegen.
  • Du brauchst Sonderlösungen, zum Beispiel einen B2B-Bereich, einen Produktkonfigurator oder Anfrage statt Kauf.
  • Du willst keine Prozente von deinem Umsatz an die Plattform abgeben.
  • Dir ist wichtig, dass Shop, Daten und Inhalte dir gehören und du jederzeit den Hoster wechseln kannst.

Wie das in der Praxis aussieht, siehst du an den Shops auf meiner Seite Onlineshop erstellen lassen, zum Beispiel einem B2B-Shop für Geschäftskunden.

Entscheidungshilfe: WooCommerce oder Shopify in 5 Fragen

Wenn du noch schwankst, beantworte diese Fragen für dich. Je öfter du bei der rechten Spalte landest, desto eher passt WooCommerce.

FrageEher ShopifyEher WooCommerce
Hast du schon eine Website?NeinJa, mit WordPress
Wer kümmert sich um die Technik?Niemand, das soll die Plattform machenDu selbst oder ein fester Dienstleister
Wie viel Umsatz erwartest du?Erst einmal wenig, du testestPlanbar und wachsend
Brauchst du Sonderfunktionen?Nein, Standard reichtJa, zum Beispiel B2B oder Konfigurator
Wie wichtig sind dir Ratgeber und Blog?NebensacheWichtig für deine Kundengewinnung

Häufige Fragen zu WooCommerce oder Shopify

Ist WooCommerce wirklich kostenlos?

Das Plugin selbst ja, es steht kostenlos auf wordpress.org. Du zahlst aber für Hosting, Domain, eventuell Premium-Erweiterungen und die laufende Pflege.

Welche Gebühren nimmt Shopify pro Verkauf?

Mit Shopify Payments zahlst du im Tarif Basic 2,1 % plus 0,30 € pro Kartenzahlung. Läuft die Zahlung ohne Shopify Payments über einen anderen Anbieter, kommen im Tarif Basic 2 % Zusatzgebühr an Shopify dazu (Stand 28.10.2026).

Kann ich später von Shopify zu WooCommerce wechseln?

Ja. Produkte lassen sich aus Shopify als CSV exportieren und in WooCommerce importieren. Bilder, Weiterleitungen alter Adressen und Kundenkonten brauchen beim Umzug aber eigene Sorgfalt, damit Google und Stammkunden dich wiederfinden.

Brauche ich für WooCommerce technische Kenntnisse?

Für die tägliche Arbeit mit Produkten, Preisen und Bestellungen nicht. Für Updates, Backups und Fehler schon, oder du gibst diesen Teil an jemanden ab, der das regelmäßig macht.

Was kostet ein WooCommerce-Shop bei dir?

Ein Onlineshop startet bei mir ab 4.450 €. Den genauen Festpreis bekommst du nach einem Erstgespräch, wenn ich weiß, wie viele Produkte, Zahlungsarten und Sonderwünsche es gibt.

Fazit

Shopify ist der schnelle, gemietete Start ohne Technik. WooCommerce ist der eigene Shop, der dir gehört, ohne Umsatzbeteiligung und mit allen Freiheiten, für den aber jemand die Pflege übernehmen muss.

Du willst wissen, was für deine Produkte besser passt? Schreib mir über die Kontaktseite, dann rechnen wir es für deinen Shop einmal ehrlich durch.

Bild von Erwin Meindl

Erwin Meindl

Ich bin Webdesigner in Nürtingen und arbeite seit über zehn Jahren mit WordPress. Für Betriebe aus der Region Stuttgart baue ich Websites, die schnell laden und Anfragen bringen, und betreue sie danach weiter.

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